Hintergrund

E-Learning hat sich als ein wichtiges Element der handwerklichen Berufsbildung etabliert. Bereits 1999 schlossen sich deutsche Handwerkskammern zu einem E-Learning-Netzwerk zusammen, das bis jetzt aktiv ist (siehe www.q-online.de). Das E-Learning-Netzwerk umfasst 21 Handwerkskammern, einige weitere handwerksnahe Einrichtungen und eine Landwirtschaftskammer. Die Angebote dieses Netzwerkes bedienen in erster Linie Bedarfe des Handwerks und beinhalten hauptsächlich handwerks- und gewerkespezifische Online-Kurse sowie übergreifende Themen, wie etwa Lerninhalte zu IT-Themen. Die Angebote sind nachweislich erfolgreich bei der Wissensvermittlung und dem Aufbau beruflich relevanter Qualifikationen im Handwerk; sie basieren bisher jedoch im Wesentlichen auf traditionellen didaktisch-methodischen Ansätzen von Lernprogrammen (WBTs und CBTs) für ein individuelles, zum Teil betreutes Selbstlernen. Ansätze des kooperativen und sozialen Lernens mithilfe von kooperativen Lernwerkzeugen und „social media“ sind bislang wenig erprobt und eingeführt.

Die Potenziale von E-Learning für die Kompetenzentwicklung im Handwerk sind damit in der Praxis erkannt, zugleich aber lösen die bisherigen lehrgangsartigen „Schulungsansätze“ alleine die Herausforderungen an die Kompetenzentwicklung im Handwerk perspektivisch kaum ein. Genau hier bestehen Chancen für Ansätze, die – eher vage – mit dem Label „Web 2.0“ belegt werden, und die es gilt, mit den (etablierten) Schulungsansätzen des E-Learning „intelligent“ zu koppeln. Auch für diese Zielgruppe wird es wichtig, sich im Internet Informationen selbständig und aktiv zu besorgen, zu selektieren, zusammenzuführen, zu bewerten und aktiv an der Kommunikation von „Experten-Gemeinschaften“ teilzuhaben. Durch eine Reihe von Rahmenbedingungen bestehen jedoch für die Zielgruppe Schwierigkeiten an den kommunikativen und kooperativen Zugängen der Wissenskommunikation und des informellen Lernens zu partizipieren. Gerade in den kleineren Handwerksbetrieben besteht für den Einzelnen die Schwierigkeit, Wissen in einer Communitiy of Practice auszutauschen und durch „peer-to-peer“ Lernen an neuen Trends und Erfahrungen zu partizipieren. Dagegen kann davon ausgegangen werden, dass die Zielgruppe über die erforderlichen Fertigkeiten zur Nutzung von Computer und Internet verfügt und die technischen Voraussetzungen zum Zugang ins Internet am Arbeitsplatz oder in der Nähe des Arbeitsplatzes gegeben sind.
Insofern stellt sich die Frage,
(a) welche Voraussetzungen und Möglichkeiten bei der Zielgruppe und den Rahmenbedingungen gegeben bzw. notwendig sind, um die Chancen von Web 2.0-Ansätzen zu nutzen, um Wissensaustausch in Communities of Practice zu unterstützten, und
(b) wie die (lern-) organisatorische sowie (didaktische) Kopplung von formellen und informellen Lernangeboten zu konzipieren und zu implementieren ist.
 

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