Internetnutzung und Web 2.0 im Handwerk - Diskussion und Ausblick

Die oben dargestellten Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Internetnutzung bei den Betriebsinhabern und bei den Beschäftigten im Handwerk angekommen ist. Die E-Mail-Nutzung im beruflichen Kontext liegt bei 70 Prozent, jedoch zeigt dieser Prozentsatz, dass 30 Prozent der Betriebe im Handwerk die Kommunikation per E-Mail nicht nutzen. Insgesamt muss jedoch beachtet werden, dass das Handwerk trotz des starken IT-Einsatzes im Gegensatz zu Industrie und Handel einen wesentlich geringeren Anteil an PC-Arbeitsplätzen aufweist. Der Einsatz von IT im Handwerk zielt eher auf Planung, Gestaltung, Diagnose und Kalkulation und weniger auf Kommunikation. Dennoch zeigt sich gerade bei der Gruppe der Auszubildenden, im privaten Kontext, eine starke Nutzung des Internets als Kommunikationsplattform, so dass man davon ausgehen kann, dass die Zielgruppe mit dem Medium weitestgehend vertraut ist.
Für den nachhaltigen Erfolg der zu erstellenden Web 2.0 Community „q-online.de“ ist die positive Einstellung der Befragten gegenüber dem Internet und der Wissensvermittlung per E-Learning und Blended Learning von großer Bedeutung. Diese positive Einstellung bildet eine gute Basis für eine erfolgreiche Implementierung von „q-online“ innerhalb des Handwerks, insbesondere für die Verbindung von informellem Lernen und formaler Bildung. Schon jetzt nutzen fast 16 Prozent der Befragten Internetforen zur Problemlösung im betrieblichen Kontext und gut 46 Prozent der Befragten suchen nach Informationen im Internet.


Für den Zugang der Zielgruppen zu q-online spielt die mobile Internetnutzung keine dominante Rolle, denn nur 20 Prozent der Befragten nutzen das Internet über mobile Endgeräte. Somit hat für die technische Entwicklung von q-online die Nutzung durch mobile Endgeräte keine hohe Priorität.
Ziel der Web 2.0 Community muss es sein, vorhandene Potentiale zu nutzen, und darauf aufbauend, Web 2.0 deutlicher in die betrieblichen Prozesse zu integrieren. Die oben dargestellten Ergebnisse zeigen auch, dass die beiden Hauptzielgruppen für q-online die Auszubildenden und die Meister sein werden. Einerseits ist in der Zielgruppe der Auszubildenden das Interesse an der Beteiligung im Web 2.0 sehr groß, andererseits nutzen die Meister schon jetzt intensiv die Kommunikation per E-Mail und das Internet im betrieblichen Kontext. 


Für die Implementierung von q-online im Handwerk bedeutet dies, aktiv über die Bildungsstätten auf diese beiden Zielgruppen zuzugehen und jeweils Mehrwerte anzubieten und ,im Dialog, herauszuarbeiten, um die Akzeptanz im Handwerk zu finden. Aus diesem Grund ist die Einbindung der Kampagne „Lehrlinge gehen online“ in den ungeschützten Bereich von q-online von großer Bedeutung, um die Zielgruppe der Auszubildenden deutlich in q-online zu integrieren. Des Weiteren ist die Implementierung von kostenfreien E-Learning-Angeboten im geschützten Bereich von q-online von Relevanz, um das Interesse der Meister und angehenden Meister zu bedienen.  
Dass 45 Prozent der Befragten angeben, kein Mitglied in einer Community zu sein, stellt eine große Chance und gleichzeitig eine Herausforderung dar. Die Chance besteht darin, über das Portal 45 Prozent für eine Community neu gewinnen zu können. Gleichzeitig muss man sich allerdings der Herausforderung stellen, gerade diese Mitglieder, im Besonderen, an diese Thematik heranzuführen. Hierzu werden Schulungsmaßnahmen entwickelt und durchgeführt, sowie Tutorials und Onlinehilfen in das zu erstellende Portal eingebaut.
 

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